Aus unserer Chronik

Zu unserem Namensgeber

Unsere Schule heißt ja Eichendorff - Schule Hof. Hier ein paar Informationen zu ihm.

Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff wurde am 10. März 1788 auf Schloss Lubowitz bei Ratibor im polnisch-mährischen Grenzgebiet Oberschlesiens geboren. Die Familie gehörte zum kleinen Landadel.

 

Joseph hatte zwei Geschwister, einen zwei Jahre älteren Bruder Wilhelm und eine sechzehn Jahre jüngeren Schwester Luise Antonie. Besonders reich war die Familie Eichendorff allerdings nicht, sie verloren im Laufe der Zeit sogar fast alle ihre Besitztümer.

 

Ab 1801 besuchte das Brüderpaar insgesamt drei Jahre lang das katholische Gymnasium in Breslau. Später studierten sie Jura, doch 1808 beendeten die Brüder das Studium, ohne Abschluss, wie es für Adelige zu dieser Zeit üblich war.

 

Die Lebenswege der Brüder trennten sich nun. Wilhelm beschritt die Verwaltungslaufbahn in Österreich und Joseph wurde Beamter in Preußen.

 

In seiner Freizeit schrieb er unter anderem viele Gedichte, weiter unten sind zwei seiner bekanntesten. 1855 zog er zu seiner Tochter nach Neiße in Oberschlesien. Als bald darauf seine Frau starb, ging es ihm auch immer schlechter. Am 26. November 1857 starb Joseph von Eichendorff im Alter von 69 Jahren, hinweggerafft von einer kleinen Erkältung.

 

Joseph von Eichendorff

 

Der frohe Wandersmann

 

Wem Gott will rechte Gunst erweisen,

Den schickt er in die weite Welt;

Dem will er seine Wunder weisen

In Berg und Wald und Strom und Feld.

 

Die Trägen, die zu Hause liegen,

Erquicket nicht das Morgenrot,

Sie wissen nur von Kinderwiegen,

Von Sorgen, Last und Not um Brot.

 

Die Bächlein von den Bergen springen,

Die Lerchen schwirren hoch vor Lust,

Was sollt ich nicht mit ihnen singen

Aus voller Kehl und frischer Brust?

 

Den lieben Gott lass ich nur walten;

Der Bächlein, Lerchen, Wald und Feld

Und Erd und Himmel will erhalten,

Hat auch mein Sach’ aufs best bestellt!

 

Weihnachtsgedicht

 

Markt und Straßen steh’n verlassen,

Still erleuchtet jedes Haus,

Sinnend geh' ich durch die Gassen,

Alles sieht so festlich aus.

 

An den Fenstern haben Frauen

Buntes Spielzeug fromm geschmückt,

Tausend Kindlein steh’n und schauen,

Sind so wunderstill beglückt.

 

Und ich wandre aus den Mauern

Bis hinaus ins freie Feld,

Hehres Glänzen, heil'ges Schauern!

Wie so weit und still die Welt!

 

Sterne hoch die Kreise schlingen,

Aus des Schnees Einsamkeit

Steigt's wie wunderbares Singen -

O du gnadenreiche Zeit!