Musikerin mit Leib und Seele

Musikerin mit Leib und Seele

Es war schon ein besonderes Erlebnis für die 3a, einmal einer „echten“ Musikerin auf du und du zu begegnen. Die Leidenschaft und Hingabe, mit der Franziska Trommer von ihren Instrumenten spricht, hat uns gefesselt und die Unterrichtszeit wie im Flug vergehen lassen.

Zu Beginn spielte uns die gebürtige Hoferin, die in Weimar „Blockflöte“ und „alte Musik“ studierte, das Stück „Engels Nachtegaeltje“ (englische Nachtigall) von Jakob van Eyck vor, das tasächlich an Vogelgesang erinnert. Mit einigen Flötenköpfen durften wir zu ihrem Spiel das Gezwitscher der Vögel einbringen. Das war wie eine kleine Aufführung!

Franziska erklärte uns, warum eine Blockflöte „Block“flöte heißt, wie diese Instrumente aufgebaut ist und wie aufwändig es sein kann, eine Flöte von Hand anzufertigen. Ihre teuerste Flöte kostete ca. 2000 €.  „Dafür musste ich ganz schön sparen.“ Insgesamt besitzt die Vollblutmusikerin zwölf Block- und zwanzig weitere Flöten (zehn hatte sie extra für uns dabei), von denen wirklich jede ein etwas anders klingt. „Denkst du, dass jede von deinen Flöten auch ein bisschen ein anderes Gefühl hat?“ wollte einer unserer Mitschüler wissen. „Ja, genau so kann man das beschreiben“, antwortete Franziska und erklärte, dass ihr dieser Sachverhalt viele Möglichkeiten eröffne, Stücke passend zu gestalten. Besonders deutlich wurde das, als sie das traditionelle Stücke „Drowsy Maggie“ mit der „Tin Whistle“ vorspielte. Das ist eine hellklingende kleine Flöte aus Irland, die wie dafür geschaffen ist, um schnelle, fröhlich-melancholische Melodien zu erzeugen, die uns spontan tanzen ließen.

Um so toll spielen zu können, wie es „Franzi“ tut, muss man allerdings viel, viel üben. Das fällt ihr aber meistens leicht, denn ihr Beruf sei gleichzeitig auch ihr Hobby (weiterführende Studiengänge sind in Planung). Aktuell sind ihre Wochen vollgepackt mit ca. zwanzig Übungsstunden, wie wir selbst durch legen eines Terminplans herausfinden durften (siehe Foto). Schon mit fünf Jahren begann sie ihre erste Sopranblockflöte zu lernen. Seitdem sind zahlreiche andere Flöten dazu gekommen. Altflöte, Tin Whistle und Querflöte zum Beispiel, aber auch internationale Instrumente wie die „Quena“ aus Südamerika oder die „Bansuri“ aus Nepal. Überhaupt verbindet die junge Musikerin sehr viel mit diesem Land, seit sie nach dem Abitur dort in einem Waisenhaus Flötenunterricht erteilt hat. Auch auf die Frage, mit wem sie gerne einmal ein Konzert geben würde, taucht dieses besondere Land auf: „Am liebsten mit Ani Chöying Drolma. Wahrscheinlich kennt ihr sie nicht. Sie ist eine buddhistische Nonne aus Nepal, die um die Welt reist und die Einnahmen von ihren Konzerten für soziale Projekte verwendet.“

Wir wünschen ihr, dass sich dieser Wunsch eines Tages erfüllt. Bis dahin aber erst einmal viel Erfolg für die weiteren Studienpläne und vielen Dank für den lehrreichen und herzlichen Besuch, bei dem keine unserer vielen Fragen unerklärt blieb und sogar noch ein kleines „Extrakonzert“ am Schluss gegeben wurde.

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